Jona’s Qualifikationsprojekt für Teens

Jugendliche sind stark. Nur wissen sie das nicht immer.

In Jona’s Qualifikationsprojekt kommen geflüchtete und nicht-geflüchtete Jugendliche aus Berlin Spandau zwischen 15-18 Jahren in Jona’s Haus zusammen, um hier unter fünf verschiedenen Gesichtspunkten ihre Ausbildungsreife zu stärken und sich gegenseitig besser kennenzulernen.

Die Teens in “Jona’s Haus” haben es oft sehr schwer: Viele von ihnen kommen aus dem benachbarten Brennpunkt „Heerstraße Nord“ – bekannt für seine steigende Bevölkerungsdichte bei mangelnder lokaler Infrastruktur. Hier leben ca. 80% der Kinder und Jugendlichen in Familien, die auf Sozialhilfe bzw. Existenzsicherung angewiesen sind. Aufgrund von eingeübten Negativspiralen schwänzen einige Jugendliche leider regelmäßig die Schule. Ohne Perspektive und Mut-machende Vorbilder stellt die berufliche Integration für sie eine riesige Hürde da.

So wird die Beantwortung einer sehr wichtigen Frage sehr schwer: Wer bin ich eigentlich und was möchte ich in meinem Leben machen?

Die Frage nach einem Berufsbild hängt immer auch mit einem Lebensentwurf zusammen. Die Frage „Was willst du werden?“ ist dann nicht nur eine danach, was man gerne tut oder welche Fähigkeiten man hat, sondern auch danach, was man vom Leben will. Und das ist für die Jugendlichen in unserer Zeit ein enorm wichtiger Faktor – sowohl für geflüchtete wie für nicht geflüchtete Jugendliche: Denn natürlich interessiert sie alle, wann das neue IPhone oder die neuen Nike-Schuhe herauskommen, auch wenn sie sich beides vielleicht gar nicht leisten können. Der „Lifestyle“ ist eben heute das Erkennungsmerkmal eines Jugendlichen. „Will man Jugendliche verstehen und erreichen, muss man ihre Befindlichkeiten, Alltagsorientierungen, ihre Werte, Lebensziele, Lebensstile, ästhetischen und medialen Präferenzen kennen und nachvollziehen können“ (Neue Caritas, 13/2012). Demensprechend haben wir mit “Jona’s Qualifikationprojekt” ein Projekt ausgearbeitet, das unter Berücksichtigung der Lebenswelt der Jugendlichen folgende Bestandteile enthält:

  1. Soziale Kompetenz

  2. Berufsorientierung

  3. Kulturelle Bildung

  4. Sprachförderung

  5. Integrative Freizeitgestaltung

Praktisch umgesetzt sieht das so aus: Gemeinsam mit den Teens gehen wir zu Azubi-Messen, schreiben Bewerbungen, üben das Vorstellungsgespräch, besichtigen Betriebe, organisieren gemeinsam Ausflüge und Besichtigungen, treffen uns regelmäßig zum “Teens-Treff”, um gemeinsam zu kochen, zu “quatschen” und ein wichtiges Thema zu besprechen und vieles, vieles mehr.